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Hilde
Spiel
für ihr Buch "Glanz und Untergang, Wien 1866-1938"
Laudator:
Prof. Dr. Moritz Czáky
Autor der nachstehenden
Verleihungsurkunde: Prof. Dr. Walter Bernhart
Das Werk entspricht in hervorragender Weise den Bedingungen
der Satzung für die Vergabe des Preises: Es stellt
die bedeutendste Epoche der jüngeren österreichischen
Kulturgeschichte, den Zeitraum um 1900, mit seinen historischen
Wurzeln und dem selten behandelten Ausklang bis 1938 auf für
eine breite Leserschaft zugängliche und wertvolle Weise
dar.
Hilde
Spiel gilt die Vermittlung eines geschlossenen und einheitlichen
Bildes dieses in seiner kreativen Vielfalt einmaligen Zeitalters
und zeichnet ein lebendiges Gemälde der eng miteinander
verknüpften schöpferischen Leistungen auf den Gebieten
der bildenden Kunst, der Literatur, des Theaters, der Wissenschaft
und Philosophie, der Musik und der volkstümlichen Kultur.
Die Authentizität der Darstellung wurzelt in der persönlichen
Verbundenheit der Autorin mit den Traditionen Wiens und mit
herausragenden Menschen der Stadt. Von bleibendem Wert und
ein unverzichtbarer Gewinn des Buches ist die eindrückliche
Darlegung des überwältigend hohen Anteils, den Frauen
und Männer jüdischer Herkunft an der Ausprägung
der Wiener Glanzzeit hatten. Hilde Spiel schuf ein Werk, das
auf vorbildhafte Weise das Bewusstsein einer historischen
Epoche durch die sprechende Beschreibung von deren kulturellen
Leistungen den Nachgeborenen erschließt und den Leser
anschaulich die unvergessbar mit der österreichischen
Widersprüchlichkeit und Doppelbödigkeit der "fröhlichen
Apokalypse" vertraut macht.
Kurzbiographie
Hilde Spiel, geb. 19.
Oktober 1911 in Wien, Tochter einer wohlhabenden jüdischen
Familie, Kulturjournalistin. Sie lebte von 1936-1963 in London,
1946-1948 mit ihrem Mann Peter D. Mendelssohn in Berlin, führt
in ihrem Sommerhaus am Wolfgangsee einen literarischen Salon,
den u.a. ein Nico von Doderer und Thomas Bernhard besuchten,
1963 Rückkehr nach Wien, gestorben am 30. November 1990
in Wien.
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