Sebastian Haffner
für sein Buch "Anmerkungen zu Hitler"
Laudator:
Prof. Dr. Andreas Hillgruber
Autor der nachstehenden
Verleihungsurkunde: Prof. Dr. Dr. Joachim Störig
Das Buch erfüllt in hervorragender
Weise die Bedingungen der Preisvergabe: Es bringt die entscheidende
Epoche der neueren deutschen Geschichte auf der Grundlage
des tatsächlichen Geschehens in knapper und prägnanter
Form mit bemerkenswerter Objektivität einem großen
Leserkreis nahe.
Angesichts
der Tatsache, dass auch kommende Generationen sich immer
erneut mit dem Phänomen Hitler und seinen schicksalhaften
Folgen für Deutschland und die Welt werden auseinandersetzen
müssen, stellt dieses meisterhafte Werk geradezu einen
Glücksfall dar. Lapidar und mit größter
Einbündigkeit fasst es das Wesentliche der Person und
des Geschehens zusammen. Obwohl überzeugter Gegner
Hitlers und Emigrant, lässt Haffner den Deutschen,
die nach Versailles und Weltwirtschaftskrise glaubten, Hitler
folgen zu können, Gerechtigkeit widerfahren.
Kurzbiographie
Sebastian Haffner, geb.
am 27. Dezember 1907 in Berlin, heißt eigentlich Raimund
Prezel. Er war ein deutscher Publizist, promovierter Jurist,
emigrierte gemeinsam mit seiner jüdischen Verlobten 1938
nach London, um dort als Schriftsteller zu arbeiten. Um seine
in Deutschland verbliebene Familie nicht zu gefährden,
legte er sich das Pseudonym Sebastian Haffner zu. Von 1954-1961
war er Deutschlandkorrespondent der Londoner Sonntagszeitung
"The Observer". Er schrieb für "Die Welt"
bis 1962, danach bis 1975 Kolumnist beim "Stern".
Haffner war Dauergast im berühmten internationalen Frühschoppen
von Werner Höfer. Er starb am 02. Januar 1999.